Zur Erhaltungspflege der Graspflanzen unserer Grüns gehört eine Reihe von Maßnahmen, die konsequent durchzuführen sind. Je mehr eine Golfanlage genutzt wird, desto wichtiger werden Pflegemaßnahmen, wie das Vertikutieren, Aerifizieren und Besanden der Greens.
Für die Erhaltung, Nutz- und Bespielbarkeit der Grüns sind eine ausreichende Durchlässigkeit der Rasennarbe für das Wasser und ein guter Luftgehalt wichtige Voraussetzungen.
Durch den Spielbetrieb und die Pflegemaschinen wird die Oberfläche der Grüns (3 bis 8 cm) zunehmend verdichtet. Die Folge ist eine vermehrte Moosbildung, schlechtes Wurzelwachstum und daraus resultierend ein schlechtes Blattwachstum.
Diese Verdichtungen machen den Einsatz von mechanischen Maßnahmen zwingend erforderlich, um die strapazierten Rasenflächen funktionstüchtig zu erhalten.
Durch das Aerifizieren, dem Belüften des Bodens durch Einbringen von Löchern, wird die Rasennarbe mechanisch mit Hohlstacheln (Hohlspoons) aufgelockert. Dabei werden Erdkerne (Cores) ausgestochen, die anschließend händisch von den Grüns abgeräumt werden. Das anschließende Besanden der ausgestochenen 10 bis 15 cm tiefen Löcher (ca. 400 Löcher pro m²) dient dem Verfüllen der entstandenen Hohlräume. Mit einer Spezialbürste wird der Sand mehrfach eingeschleppt, bis alle Löcher vollständig mit Sand gefüllt sind. Dazu sind geeignete Wetterbedingungen eine Voraussetzung.
Mit dem Aerifizieren der Grüns wird: · der Rasenfilz verringert · das Luft-/Wasserverhältnis im Boden verbessert
Die gewünschten Resultate sind: · Förderung des Wurzeltiefgangs · Widerstandsfähigkeit gegenüber Nährstoffmangel, Trockenstress und Krankheitsbefall
Durchschnittlich ist diese Maßnahme etwa 2 mal im Jahr (zumeist im Mai und September) notwendig. Sie muss während der intensiven, natürlichen Wachstumsphase durchgeführt werden. Die Gräser erholen sich in dieser Zeit sehr rasch von diesem notwendigen „Stress“. Die Grüns sind je nach Qualität der Arbeitsausführung nach 4 bis 7 Tagen wieder gut bespielbar.
Schlecht ist es, das Aerifizieren im späten Oktober oder gar November durchzuführen (außer bestimmte Umstände erfordern dies). Die Blattoberfläche, die bei diesen Maßnahmen zum Teil sehr stark beschädigt wird, kann aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht mehr ausheilen. Die Pilzinfektion ( z.B. Schneeschimmel ) und andere Schädigungen erfolgen noch vor Winterbeginn und treffen auf verletzte Grashalme mit eingeschränkter Widerstandskraft.
Das Aerifizieren ist daher eine Maßnahme, die in die Spielsaison fällt und mit dem Spielbetrieb und den Wetterbedingungen abzustimmen ist. Dabei kann es natürlich zu Termin-Kollisionen kommen, die letztlich jedoch durch „höhere Gewalt“ vorgegeben sind.
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