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Fragen und Antworten vom Headgreenkeeper



Wie können wir unsere Grüns schneller machen?

 

Die Grüns immer kürzer zu schneiden ist keine Lösung, obwohl viele glauben, dass es eine sei. Sicher hat die Schnitthöhe einen Einfluss auf die Geschwindigkeit des Grüns, aber wenn Grüns regelmäßig kürzer geschnitten werden, als das zu kultivierende Gras es verträgt, dann führt das zu einer geringeren Konsistenz des Grüns. In so einem Fall setzt sich eine qualitativ schlechtere Grassorte, genannt "poa annua", allmählich durch und das Grün wird fleckig. Wir werden die konsistente, langfristige Qualität nicht einem kurzfristigen Nutzen opfern. Daher fördern wir eine gesunde Grasnarbe, sodass der Ball sanft über die Rasenblätter rollt.

 

Folgende Eigenschaften sind für eine ordentliche Geschwindigkeit der Grüns wichtig: Feinheit der Blätter, Glätte und Festigkeit der Flächen. Ein feines Blatt kann durch die verwendete Grasart erzielt werden, oder durch Pflegearbeiten wie Groomern (feine vertikale Schnitte werden ein gewalzt). Die Festigkeit wiederum hängt von der Entwässerung und einer guten Pflege des Rasenfilzes ab. Über Rasenfilz erfahren Sie hier demnächst mehr!

 

Die Farbe kann in Bezug auf die Geschwindigkeit ein negatives Merkmal sein. Weicher, üppiger und grüner Rasen, der durch Überwässerung und Überdüngung entsteht, führt zu langsamen Grüns. Bei den im Fernsehen übertragenen Turnieren lässt sich oft erkennen, dass die Puttingflächen die am wenigsten grünen Flächen des Golfplatzes sind, was an den zur Erzeugung einer ordentlichen Geschwindigkeit erforderlichen Pflegeverfahren liegt. Mit Topdressing (Streuen von etwas Sand) und Walzenkann z.B. die Geschwindigkeit verbessert werden, ohne die Gesundheit des Rasens dafür opfern zu müssen.

Was sind "fairy rings"?

 

Hexenringe (“fairy rings”) sind auf Golfplätzen öfter zu sehen, zurzeit auch bei uns. Fachleute erklären dazu: Es gibt ca. 65 verschiedene Pilzarten, die solche Ringe verursachen. Die Hexenringe gelten nicht als Rasenkrankheit, weil sie dem Rasen keinen direkten Schaden zufügen. Sie sehen aber unschön aus und können durch die Ausdünnung des Rasens zu Verhärtungen des Bodens führen.

Die Hexenringe erkennt man leicht an den dicht und in dunklem Grün wachsenden Rändern der befallenen Fläche. Sie können gewöhnlich nicht verhindert werden; es gibt kein Verfahren, deren Erscheinen vorauszusagen. Ein Auftreten an einer bestimmten Stelle bedeutet nicht, dass sie an derselben Stelle im nächsten Jahr wieder auftreten werden.

 

Wie funktioniert die Schädigung des befallenen Rasens?
Das Pilzgeflecht (“Mycel”) setzt sich an Rasendecke und Erde fest und größere Mengen Mycel sammeln sich an und überziehen Sandkörner und Erdpartikel. Als Folge wird der Boden hydrophobisch, also wasserabstoßend. Der Rasen stirbt allmählich infolge Wassermangels und dem resultierenden Stress, den die Wurzeln im Kampf um Wasser und Nährstoffe im Wettstreit mit dem Mycel erleiden.

 

Wie kontrollieren?
Da die vom Pilz befallenen Flächen kaum Wasser aufnehmen, lassen sie sich kaum mit Fungiziden behandeln. Ein gutes Programm zur Bekämpfung fängt daher bei der vorbeugenden Aerifizierung des Rasens an, kombiniert mit Vertikutieren. Damit kann überschüssiges Ammonium entweichen (das sonst den Rasen schädigt), und vor allem wird dadurch Sauerstoff an die Graswurzeln geführt. Mit der Hilfe von Wasserentspannungslösungen (“wetting agents”) gelangen nun die Fungizide direkt ins Mycel. Wesentlich ist also die vorbereitende Aerifizierung, um die Chemie direkt an das Pilzgeflecht heran zulassen. Durch die regelmäßige Behandlung des Rasenfilzes werden dem Pilz Nährstoffe entzogen und in der Wurzelzone ein für den Graswuchs vorteilhaftes bakterielles Mikroklima erzeugt.

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